Fachtagung: Was leisten Dentalkeramiken heute?

Fachtagung: Was leisten Dentalkeramiken heute?

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Referenten-Team (von links): Andreas Lindauer, Rüdiger Meyer, Andreas Kunz, Carsten Fischer, Jan Langner

Berlin, November 2014: Am 17. Oktober 2014 fand die erste Fachtagung der EADT statt. Das Tagungskonzept verknüpfte den kollegialen Austausch mit fachlich fundieren Inhalten. Das Schwerpunktthema lautete: „Was leisten Dentalkeramiken heute?“ Die Referenten legten in drei Sessions die Themeninhalte Abutmentmaterialien, Verarbeitung von Dentalkeramiken und Einfluss der Kaufunktion auf das Restaurationsmaterial dar. Alle Referenten erhielten zwei bis drei Fragen, die im Vortrag beantwortet wurden. Am Ende der Veranstaltung wurden die Antworten der einzelnen Sessions gemeinsam diskutiert und in einem Konsensus-Papier festgehalten.

Session 1

  • Die erste Session eröffnete ZTM Andreas Kunz (Berlin) mit einem Vortrag über die Grundlagen von Implantat-Abutment-Materialen. Er stellte die aktuelle Studienlage von Abutment-Materialen vor. Demnach zeichnet sich eine klare Tendenz von Zirkonoxid und Titan ab. Neben dem Abutment aus einer Titanlegierung weist das Hybrid-Abutment (Titanbasis und verklebter Zirkonoxidaufbau) gute Eigenschaften auf. Die Indikationen von Titan-Abutments liegen insbesondere im Seitenzahngebiet. Hybrid-Abutments werden im Frontzahngebiet sowie in ästhetisch schwierigen Zonen bevorzugt angewandt.
  • Zweiter Referent war Carsten Fischer (Frankfurt/Main), der über das periimplantäre Umfeld von Implantat-Abutments sprach. Er stellte neueste Erkenntnisse im Bereich von Oberflächenrauheit und der Reinigung von Abutment-Oberflächen vor. Außerdem widmete er sich explizit den Klebeverbindungen bei Hybrid-Abutments.
  • Hier knüpfte der Vortragsschwerpunkt des nächsten Referenten, Rüdiger Meyer (Wimsheim), an. Er diskutierte das Verhältnis von Höhe der Klebebasis und Kronenlänge im Bezug auf die Kaukräfte sowie die geeigneten Materialstärken.

Session 2

  • Session 2 beschäftigte sich mit dem Schwerpunkt „Dentalkeramiken und deren Verarbeitung“. ZTM Jan Langner stellte die Frage: Bemalen oder Schichten? In einer komplexen Übersicht beschrieb er die Indikationsfelder der verschiedenen Techniken. Das Bemalen definierte er als eigenständige Technik mit eindeutiger Indikation, die aber die Schichttechnik nicht ersetzen kann.
  • Raimund Schneider widmete sich der Brandführung von Keramiköfen und erklärte die Wichtigkeit und Komplexität von keramischen Bränden. Heiß diskutiert wurde das Abkühlverhalten von keramischen Restaurationen. Vom Referenten und von den Teilnehmern wurden genauere Verarbeitungsparameter seitens der Keramikhersteller eingefordert.

Session 3

  • Hier wurde das spannende Thema „Dentalkeramiken im Einfluss der Kaufunktion“ fokussiert. Andreas Lindauer (Neu-Ulm) fasste Grundlagen zusammen und hielt die Antworten offen. Schnell wurde allen Teilnehmern klar, dass die Komplexität des Einflusses der Kaufunktion auf das Restaurationsmaterial eine eigenständige Fachtagung füllen könnte. Hier muss eine Einteilung verschiedener Indikationsgebiete getroffen werden. Der Vorstand der EADT wird sich diesem Thema annehmen.

Konsensus
Mit Spannung wurde die letzte Session erwartet. Die Teilnehmer verfassten gemeinsam mit den Referenten ein Konsensus-Papier aus Fragen und Antworten. Die Summe an praktischen und klinischen Erfahrungen der anwesenden Zahntechniker schaffte inhaltlich wertvolle Antworten, die für alle Zahntechniker und Zahnärzte zugänglich sind und einen hohen Wert für die tägliche Arbeit liefern. Die Konsensus-Fragen und Antworten können von hier kostenfrei heruntergeladen werden.